Review: Ecoute – Musik-Player für das iPhone

Die auf dem iPhone vorinstallierte Musik-App reicht zwar aus um seine Musiksammlung zu hören, lässt jedoch einige Funktionen vermissen. So fehlt bspw. die aus iTunes bekannte Möglichkeit, einen Song als nächsten Titel festzulegen. Ebenso ist der Umgang mit iTunes Match unkomfortabel gelöst, denn welche Alben sich gerade auf dem iPhone oder noch in der Cloud befinden, ist nicht direkt offensichtlich. Die Option extra deswegen in die Einstellungen zu wechseln, um iTunes Match auszublenden ist doch sehr umständlich. Eine gute Alternative bietet Ecoute von PixiApps, welche nicht nur diese beiden Probleme behebt, sondern auch noch weitere nützliche Funktionen mitbringt.

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Screenshot Webseite Ecoute

Anders als die Musik-App stellt Ecoute die Musikbibliothek nicht als Liste dar, stattdessen wird eine Rasteransicht verwendet, wodurch deutlich mehr Elemente gleichzeitig sichtbar sind. Erst ab der zweiten Ebene werden Alben und Songs in Listenform dargestellt, Alben und Titel in der Cloud sind dabei sofort jederzeit ersichtlich. Über die Filter kann zwischen verschiedenen Anzeigeoptionen gewechselt werden, im Gegensatz zur Standard-App lassen sich dort über das Cloud-Icon auch direkt alle Titel aus iTunes Match ein, bzw. ausblenden. Ebenso werden die mit der Podcast-App abonnierten Podcasts angezeigt, ein häufig kritisiertes Manko der Standard-App. Die Suche wird über einen Wisch nach unten erreicht. Während ein Song abgespielt wird, blendet Ecoute am unteren Rand einen Mini-Player mit Play/Pause-Button ein, über den auch der eigentliche Player wieder in den Vordergrund geholt wird.

ecoute1Bei der Ansicht einzelner Alben wird oben das Cover eingeblendet, welches sich durch herunterwischen zwar etwas vergrößern lässt, aber leider nicht ganz eingeblendet werden kann. Auch das Erscheinungsjahr fehlt leider. Dafür kann über ein kurzes Halten auf einen Titel dieser nicht nur direkt abgespielt, sondern auch als nächster Titel festgelegt oder an das Ende der aktuellen Abspielliste gesetzt werden. Dies funktioniert nicht nur mit einzelnen Titeln, sondern auch mit Alben und Interpreten. Dass dieses Feature aus iTunes nicht in die iOS-Version übernommen wurde, ist mir unverständlich, denn gerade unterwegs möchte ich doch möglichst schnell eine Playlist zusammenstellen können.

ecoute2In der Player-Ansicht wird über die Wiederholen- und Zufällig-Schriftzüge die entsprechende Funktion aktiviert und angepasst (Titel/Alles wiederholen; Zufällig aus allen Titeln oder aus Album). Über das Uhr-Icon oben rechts kann die aktuelle Wiedergabeliste aufgerufen werden, die sich dort auch bearbeiten lässt. Oben links befinden sich unter den drei Punkten weitere Funktionen, die Ecoute von der Musik-App abheben. Anstatt Artist-Bilder herunterzuladen, kann Ecoute den Songtext eines Liedes aufrufen, wenn dieser in der Datenbank von LyricWiki vorhanden ist. Mittels des Sharing-Icon wird der aktuelle Titel mit Facebook oder Twitter geteilt, optional inklusive Album-Cover. Ein Grund, wieso ich überhaupt auf Ecoute gestoßen bin, ist die von mir gesuchte Integration von Last.fm. Über das Herz lässt sich nicht nur der aktuelle Titel dort „lieben“, sondern die gehörten Titel können auch gescrobbelt werden, die „Hört gerade“-Funktion von Last.fm wird ebenfalls unterstützt. Wer mit seinem Datenvolumen lieber sparsam umgeht, kann diese Funktionen einzeln deaktivieren. Die Ausgabe über AirPlay beherrscht Ecoute ebenso wie verschiedene Gesten in der Player-Ansicht. Von rechts nach links wischen wechselt zum nächsten Track und umgekehrt, über ein Wisch nach unten wird der Player minimiert und durch einen Doppel-Tipp auf das Album-Cover werden alle Titel des Albums angezeigt.

ecoute3Seit iOS 7 verzeichnen vermehrt Apps einen hohen Weiß-Anteil, gerade in dunkeln Umgebungen kann dies manchmal unangenehm sein. Glücklicherweise stellen viele Apps mittlerweile einen Nachtmodus mit abgedunkeltem Design bereit, so auch Ecoute. Wann der Nachtmodus in Aktion tritt, wird über die Displayhelligkeit geregelt, der genaue Punkt lässt sich in den Einstellungen festlegen. Wer lieber dauerhaft das dunkle oder helle Interface nutzen möchte, kann auch dies dort aktivieren.

ecoute4In den Einstellungen von Ecoute kann des Weiteren die Playeransicht konfiguriert werden und ob Album-Interpreten gruppiert angezeigt werden sollen. Auch mitgedacht wurde bei der Linkshänder-Option, bei der die Position von Play/Pause-Button und Album-Cover im Mini-Player getauscht wird.

ecoute5Als abschließendes Fazit kann ich sagen, dass Ecoute für mich die Musik-App fast komplett ersetzt hat. Die App von von PixiApps bietet einfach deutlich mehr Funktionen, gerade die „Nächster Titel“-Funktion möchte ich nicht mehr missen, ebenso wenig wie die Möglichkeit Titel aus iTunes Match schnell aus-/einzublenden. Dass die App zudem noch Last.fm integriert hat, ist für mich als Nutzer des Dienstes natürlich großartig. Da Ecoute auf die Bibliothek der Musik-App zurückgreift, also „nur“ eine andere Oberfläche darstellt, leitet die Steuerung im Kontrollzentrum nicht in Ecoute, sondern in die Musik-App weiter, die Steuerung selbst funktionieret dadurch aber. iTunes Radio wird von Ecoute nicht unterstützt, allerdings nutze ich dies wegen iTunes Match auf meinem deutschen Account mobil auch wenig, für mich persönlich also kein wirkliches Manko.

Die nur 4 MB große App ist an iOS 7 angepasst, läuft aber auch unter iOS 6 und wird regelmäßig mit Updates versorgt. Für den Mac wird Ecoute kostenlos angeboten, kann aber zumindest bei mir iTunes nicht ersetzen.

Ecoute
Ecoute
Entwickler: Julien Sagot
Preis: 1,09 €

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