Hearthis.at – Soundcloud sollte aufpassen

Soundcloud hätte das neue Myspace werden können, aber leider wurde es in den letzten Jahren verpasst sich weiterzuentwickeln. Bis auf ein neues Design sind trotz wiederholter Investitionen keine wirklich nennenswerten Funktionen hinzugekommen. Gerade für Musiker*innen und Veranstalter*innen fällt das Angebot recht dürftig aus, obwohl sie die eigentliche Zielgruppe sein sollten. Eine gute Alternative bietet Hearthis.at.

Hearthis.at (Screenshot)

Hearthis.at (Screenshot)

Seit Jahren nutzen wir für eine Veranstaltungsreihe Soundcloud. Während Anfangs mit einem Gratis-Account 15 Stunden Audio hochgeladen werden konnten, sind es heute nur noch 2 Stunden – für unlimitierte Uploads werden zur Zeit 9€ im Monat fällig, bzw. 99€ für ein ganzes Jahr. Das ist für halbwegs bekannte Musiker*innen natürlich nicht viel Geld, für Hobbyist*innen unter Umständen schon. Die relativ weit verbreitete Alternative Mixcloud ist zwar komplett gratis, stellt aber keinen Download bereit. Beide Dienste verzichteten dabei zudem auf, wie ich finde, wichtige Funktionen für Musiker*innen und Veranstalter*innen, denn sie beschränken sich im Wesentlichen darauf, einzelne Audio-Inhalte hochzuladen und mit seinen direkten Followern oder auf Sozialen Netzwerken zu teilen.

Hearthis geht darüber hinaus und bietet mehr Möglichkeiten, dass eigene Projekt vorzustellen. Wie Soundcloud ist Hearthis Freemium, allerdings wird im Gegensatz zum großen Konkurrenten nicht der Upload begrenzt, sondern der Traffic. In der kostenlosen Basis-Version stehen für alle hochgeladenen Titel insgesamt 8000 Plays, bzw. 3000 Downloads zur Verfügung. Wenn diese Zahlen erreicht wurden, müssen entweder Titel gelöscht oder mit dem Account auf die kostenpflichtige Pro-/Premium-Version umgestiegen werden. Beide Modelle bieten nicht nur mehr, bzw. unlimitierte Abrufe der eigenen Tracks, sondern auch noch weitere Features. Ab der Pro-Version lassen sich beispielsweise Events erstellen, auch kann die automatische Track-Erkennung deaktiviert werden. Die Premium-Version bietet u.a. noch die Möglichkeit den Musik-Player individuell zu gestalten und die Qualität der Wiedergabe zu konfigurieren. Bildergalerien und ein Hintergrund-Cover für das eigene Profil, sind hingegen schon in der kostenlosen Version enthalten.

Hearthis Account-Upgrade (Screenshot)

Hearthis Account-Upgrade (Screenshot)

Den Umzug von Soundcloud, Mixcloud oder official.fm gestaltet Hearthis sehr komfortabel. Anstatt alle Titel erneut einem Upload zu unterziehen, kann mittels Import-Funktion einfach die Soundcloud-/Mixcloud-/official.fm-URL des Tracks in das Upload-Fenster kopiert werden, dieser wird anschließend direkt in Hearthis übernommen – mp3s vom eigenen Server können auf dem gleichen Weg hinzugefügt werden. Die hochgeladenen Titel lassen sich nicht nur im Browser wiedergeben, sondern können auch per RSS mit einem Podcast-Client abgerufen werden. Ein nützliches Feature, was sich bei Soundcloud seit längerem in geschlossener Beta befindet und bei Mixcloud nur über Umwege möglich ist, besonders für Podcaster*innen dürfte diese Funktion interessant sein.

Hearthis Uploader (Screenshot)

Hearthis Uploader (Screenshot)

Allerdings ist die User-Basis von Hearthis noch deutlich kleiner als bei Soundcloud oder Mixcloud. Wer also seine Werke einem breiten Publikum präsentieren möchte, wird zunächst einmal zweigleisig fahren müssen, was durch die Import-Funktion allerdings nicht all zu viel Aufwand bedeutet. Der Player selbst ist dem von Soundcloud ähnlich und kann natürlich auch auf der eigenen Webseite eingebunden werden. Für Facebook stellt Hearthis zudem eine Anleitung bereit, um den Player als App in die eigene Seite zu integrieren.

Wer schon immer auf der Suche nach einer Alternative zu den beiden großen Anbietern war, sollte sich Hearthis einmal anschauen. Gerade durch den deutlich geringeren Preis und den Veranstaltungskalender, eine nahezu unverzichtbare Funktion für Bands, Künstler*innen und Veranstalter*innen, kann Hearthis gegenüber den Konkurrenten punkten.

Wer noch mehr über die Hintergründe von Hearthis erfahren möchte: Die Blogrebellen haben dem Macher ein paar Fragen gestellt.

[via Blogrebellen]


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