„h“ – Filtert Apple iMessage?

h_0„h?“ Diese Frage bekam ich in letzter Zeit häufiger auf eine von mir verschickte Nachricht via iMessage zurück. Inhalt der vom Mac aus verschickten Nachricht war ein Link zu einer iOS-App im iTunes Store, mal mit kleinem Text ala „Interessante App“, mal ohne. Verschickte ich den Link noch mal, kam auf dem iOS-Gerät meines Gegenübers wieder nur ein „h“ anstelle der URL an, während bei mir auf dem Mac alles normal aussah. Ich dachte mir zunächst nichts dabei und schob das Problem auf einen Fehler in iMessage, der in ein paar Tagen wieder behoben sein würde. Da die Problematik jedoch weiterhin auftritt, komme ich langsam zu der Vermutung, dass Apple einen Spamfilter aktiviert haben könnte, der weitere Fragen aufwerfen würde.

Immer wieder gibt es in Abständen Berichte über zunehmenden Spam via iMessage, hauptsächlich in den USA, woraufhin Apple u.a. mit einer (leicht umständlichen) Meldefunktion reagierte. Mitte August kochte das Thema zuletzt erneut hoch. Wired zitierte u.a. einen Anti-Spam-Spezialisten damit, dass mittels einfacher Scripte und mehrerer Apple-IDs in nur 10 Minuten von einem Mac aus eine Spamwelle losgetreten werden könnte. Apple würde zwar neben genannter Meldefunktion auch die Zugriffe auffälliger iMessage-Aktivitäten limitieren, diese Maßnahmen seien jedoch langsam und wenig effektiv.

Dies trifft alles nicht auf mich zu. Ich verschicke zwar äußerst regelmäßig vom Mac aus einen Link zu einer App, aber nicht täglich oder in übertriebenen Massen, sondern meist nur an ein bis drei Personen, die auch garantiert nicht von der Meldefunktion Gebrauch gemacht haben. Auch wurde ich nicht auf Grund auffälliger Aktivitäten zeitweise von iMessage ausgeschlossen.

Auffällig ist, dass sich das Problem bei mir erstmals mit dem Release von Hyperlapse bemerkbar machte, der kurz nach besagtem Wired-Artikel und anschließender Medienwelle stattfand und dessen App Store Link wohl häufig über iMessage verschickt wurde und so als Spam eingestuft worden sein könnte. Seitdem kommt es alle paar Tage wieder vor, ich scheine wohl als Spammer zu gelten, dass Links zu iTunes-Inhalten – dabei ist es egal, ob App, Film, Musik oder Podcast – aus meinen Nachrichten herausgefiltert und mit einem „h“ ersetzt werden. Auf dem Mac meines Gegenübers wird zwar auch nur ein „h“ angezeigt, allerdings ist es gleichzeitig ein Textlink in den iTunes-Store.

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Seltsam ist nicht nur, dass andere URLs angezeigt werden – auch von apple.com, sofern diese eben nicht zum iTunes-Store führen – sondern, dass Links zu Apps im Mac App Store ebenfalls weiterhin korrekt übertragen werden, obwohl sie prinzipiell gleich sind. Dass dies ein spezifisches technisches Problem meiner Apple-ID ist, glaube ich nicht, da zwischenzeitlich das Gleiche auch bei einer anderen Apple-ID festgestellt werden konnte.

Vielmehr sieht es auf den ersten Blick so aus, dass Apple die iMessages daraufhin analysieren könnte, ob diese Spam in Form von Links zu iTunes-Inhalten enthalten. Gerade, dass nur von einem Mac gesendete iTunes Store Links betroffen sind und Mac App Store Links (wegen der geringen Verbreitung?) weiterhin angezeigt werden, spricht aus meiner Sicht für eine Maßnahme gegen Spam und nicht für einen Fehler.

Angenommen, Apple hat wirklich solche Maßnahmen gegen Spam ergriffen, dann stellt sich abschließend eigentlich nur eine Frage: Wie funktioniert der Spamfilter? Apple gab schon im Oktober 2013 an, dass sie definitiv keinen Zugriff auf die Inhalte von iMessage hätten, nachdem Zweifel laut wurden. Erst letzten Monat bekräftigte Tim Cook erneut, dass iMessage verschlüsselt, also nicht für Dritte einsehbar sei. Wie können aber dann selektiv Links aus einer iMessage gefiltert werden, wenn deren Inhalt nicht einsehbar ist? Wird evtl. nur Text verschlüsselt, ein Link jedoch nicht?

Ich weiß, dass dies nur Mutmaßungen sind, darum wäre ich sehr dankbar, falls jemand eine Erklärung hat. Auch interessiert mich natürlich, ob irgendwer selber schon das Problem hatte oder ich und die andere Person doch nur zwei Einzelfälle darstellen. Aktuell bin ich mal wieder „gesperrt“. Mal sehen, wie lange es diesmal anhält.


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