Gesponserter Traffic: Mögliche Auswirkungen durch AT&Ts Vorstoß auf das Userverhalten?

Funkzelle

City Tree by Sean Oliver – CC BY 2.0

Wie der US-Telekommunikationsriese AT&T vorgestern auf der CES in Las Vegas bekannt gab, können Unternehmen in Zukunft für aufkommenden Traffic bezahlen, dieser wird dann nicht mehr auf das Datenvolumen des Nutzers angerechnet. Auch wenn die gesponserten Daten nicht bevorzugt übermittelt werden, dürfte dies in der Praxis zur Beeinflussung des Nutzerverhaltens führen, wie auch netzpolitik.org richtig feststellt. 

Das Problem, das sich aus dieser Art der Trafficfinanzierung ergibt ist, dass kleinere Anbieter es sich wohl nicht leisten können für ihre Daten aufzukommen und somit im Nachteil gegenüber den großen Playern sind. Angenommen YouTube aka Google hätte einen solchen Deal abgeschlossen, wieso sollte ich dann noch bei Vimeo oder Dailymotion vorbeischauen, wenn mir deren Videos von meinem Datenvolumen abgezogen werden?

Weitaus problematischer dürfte es werden, wenn das Modell von „Sponsord Data“ weitergedacht wird. Vielleicht werden wir in Zukunft Endkunden-Tarifmodelle ohne Internetflat sehen, die dafür aber alle Daten von Google, Apple, oder Facebook inklusive haben. Kids die 90 Cent Apps raubkopieren werden es sich durchaus zweimal überlegen, ob sie ein paar Euro mehr im Monat ausgeben, um nicht nur über den Facebook Messenger o.ä. kommunizieren zu können. An Auswirkungen auf die Meinungsbildung ist dabei noch gar nicht zu denken, was anders aussehen würde, wenn alle Inhalte von Springer, News Corp, oder Bertelsmann inklusive sind, dann heißt es wohl bei vielen Bild- statt Tagesschau-App.

Neben AT&T soll laut der NYT auch Verizon ähnliche Pläne haben. Ich bin gespannt, wann hiesige Anbieter mit dem selben Angebot auf der Matte stehen.


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