Das mobile Internet lebt in der App, nicht im Browser

Als Steve Jobs 2007 das erste iPhone vorstellte, wurde vor allem das Telefon selbst bejubelt und nicht das „Breakthrough Internet Communications Device“, welches schon länger die wohl eigentliche Funktion eines Smartphones darstellt. Doch nicht mobile Browser sind der meist genutzte Zugang zum Internet, vielmehr sind gesonderte Apps weiterhin auf dem Vormarsch, wie neue Zahlen des Analysedienstes Flurry belegen.

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Der im letzten Jahr veröffentlichte Fünfjahresbericht von Flurry zeigte, neben einer gestiegenen Nutzung von Apps generell, dass immer weniger Smartphone- und Tablet-Benutzer*innen das Internet über den klassischen Zugang im Browser nutzen. Während 2007 auf dem ersten iPhone mangels App Store quasi jede App eine Web-App war, also lediglich ein besseres Browser-Lesezeichen auf dem Homescreen, konnte Safari 2013 nur noch 12% aller App-Aufrufe für sich verzeichnen. Zusammen mit dem Android-Browser und anderen wie Opera, war jede fünfte geöffnete App ein Browser. Die meiste Zeit wurde mit Spielen (32%) und Facebook (18%) verbracht.

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Das der Trend zur dedizierten App weiterhin anhält, verdeutlichen neue Zahlen aus dem ersten Quartal 2014, die vergangenen Montag vorgestellt wurden. So sind laut Flurry die Zugriffe auf den Browser insgesamt um 6%, auf nun 14% zurückgegangen. Trotz immer leistungsfähigerer Hardware wird aber nicht mehr gespielt, besonders Messenger und Soziale Netzwerke verdrängen den Browser, sie konnten von 24% auf 28% zulegen. Während die Nutzung von Unterhaltungsinhalten wie YouTube bei 8% verbleibt, wurden hingegen produktivitätsfördernde Apps doppelt so oft aufgerufen (von 2% auf 4%).

Die von Flurry erhobenen Zahlen beziehen sich zwar überwiegend auf die USA, dürften sich im wesentlichen aber nicht vom Rest der Welt unterscheiden. Generell problematisch ist die vermehrte Auslagerung des Internets vom Browser in eine spezielle App nicht, bieten diese häufig einfach einen komfortableren Zugang. Heikel wird es hingegen, wenn Anbietern eine App verweigert wird, bspw. wenn Apple eine App mit negativen Rezensionen über den Mac nicht in seinem App Store zulassen und somit das Meinungsbild innerhalb des Stores verwässert würde.

 


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