50 Millionen Euro für Berliner Messenger Hoccer XO

Wie die RP Online heute meldet, hat der Unternehmer Dirk Stroer sich für 50 Millionen Euro 51% des 2010 gegründeten Startups Hoccer gesichert. Hoccer hat zwei Apps im Portfolio, die beide für iOS und Android erhältlich sind: Hoccer Classic zum Versenden von Dateien und Hoccer XO als Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Bezahlt werden sollen die 50 Millionen Euro teilweise in bar und zum Teil in Werbemitteln, denn Dirk Stroer ist gleichzeitig noch Anteilseigner der Stroer Media AG, dem Werbeunternehmen, welches den meisten wohl wegen seiner Plakatwände bekannt sein dürfte. Auf diesen soll Hoccer XO demnächst als sicherere WhatsApp-Alternative beworben werden, um eine entsprechende Userbasis zu generieren.

Hoccer XO Webseite (Screenshot)

Hoccer XO Webseite (Screenshot)

Bei der Frage, ob die Kommunikation von Hoccer XO auch wirklich sicher ist, muss wie bei Threema allerdings auf die Angaben der Entwickler*innern vertraut werden, da auch Hoccer XO nicht Open Source ist. Lediglich Angaben zu ihrer eingesetzten Verschlüsselungsmethode und wie Daten verarbeitet werden, stellen die Macher*innen in ihrer Datenschutz- und Sicherheitserklärung bereit. Jedoch wird eine externe Überprüfung des Quellcode in Aussicht gestellt.

Das Adressbuch wird anders als bei vielen anderen Messengern nicht gescannt, alle Kontakte werden via Code hinzugefügt, der u.a. per SMS verschickt werden kann. Ansonsten stehen neben Einzelunterhaltungen auch Gruppenchats zur Verfügung, die Nachrichten werden Hoccer zufolge nach erfolgreicher Zustellung vom Server gelöscht. Neben einfachen Textnachrichten lassen sich u.a. auch Fotos, Kartenausschnitte und Sprachnachrichten, aber auch Songs aus der eigenen Musikbibliothek verschicken. Die App ist komplett kostenlos, denn auch auf In-App-Käufe wird verzichtet. Eigenen Angaben nach finanziert sich Hoccer über Lizenzierungen im Businessbereich.

Mit Hoccer XO können u.a. Titel aus der Musikbiblitthek verschickt werden.

Mit Hoccer XO können u.a. Titel aus der Musikbibliothek verschickt werden. (Screenshot)

Hoccer XO ist einen Blick wert, der Einsatz im Businesssektor lässt im Gegensatz zu WhatsApp ein gewisses Maß an Sicherheit erkennen, auch wenn die Unternehmen, die auf die Technik von Hoccer setzten, ebenso wenig nicht öffentlich sind, wie, ob diese die App vorher analysiert haben. Abzuwarten bleibt jedoch, wie sich die Userbasis entwickelt, den viele für die der Sicherheitsaspekt relevant ist, sind gerade erst von WhatsApp zu Threema, TextSecure, o.ä. gewechselt.

Wer bei Sicherheit nicht auf Closed Source vertrauen möchte, kann hingegen auf TextSecure setzten, welches demnächst auch für iOS und als Browser-Plugin für den Desktop erscheint und als weitestgehend sicher gilt. Wobei natürlich auch hier anzumerken ist, dass eine 100%ige Sicherheit von persönlichen Daten nie gegeben sein kann, alleine schon weil das eingesetzte Betriebssystem in der Regel oft nicht komplett Open Source ist und auch dort Sicherheitslücken erst einmal gefunden werden müssen.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(

[RP Online via Twitter]


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